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Algen (Rot-, Grün- oder Braunalgen) werden in weiten Landesteilen des Landes Mecklenburg-Vorpommern und darüber hinaus teilweise auch zusammen mit Seegras an die Strände angespült. Im Zuge der Strandreinigung an den Bade- stränden werden diese Rohstoffe zum größten Teil immer noch Deponien zugeführt.
Inzwischen wurden durch ein von der EU gefördertes LIFE-Umwelt-Projekt (dessen Organisator das Amt Klützer Winkel ist) Möglichkeiten erarbeitet, Seegras zu Isoliermaterial oder zu Tierstreu zu verarbeiten (Informationen entnehmen Sie bitte der Homepage www.life-seegras.de).
Ein weiteres Projekt, an dem das Amt Klützer Winkel beteiligt ist, ist das europäische Forschungsprojekt BIOPAL, das Anwendungsmöglichkeiten von Algen und See- gras in der Automobilindustrie z.B. in Kombination mit Polymeren untersucht (Details finden Sie demnächst unter www.biopal-euproject.org). Man hat im Klützer Winkel nach weiteren Verwertungsalternativen für Algen gesucht und in einer Vorläuferstudie entdeckt, dass eine Papierherstellung aus Algen sehr gut möglich ist.
Mit finanzieller Unterstützung seitens der EU-Kommission konnten die Voraussetzungen für eine Algenwerkstatt zur Papierherstellung aus Algen in der ehemaligen "Alten Schmiede" Damshagen geschaffen werden, in der zwei Arbeitsplätze entstanden sind.
Dieses Gebäude wurde von der Gemeinde Damshagen saniert und zu einem Kom- munikationszentrum hergerichtet, in dem Bürger, Wirtschaftsverbände, Landwirte aber auch im Bereich des Tourismus Tätige die Möglichkeit haben, auf das Internet zuzugreifen und mit Partnern aus anderen Regionen zu kommunizieren. Neben der Nutzung des Gebäudes als Algenwerkstatt befinden sich dort die Feuerwehr, die Bibliothek, ein internationales Praktikantenzentrum sowie Räume für Qualifizierungs- und Umschulungsmaßnahmen benachteiligter Bevölkerungsschichten und eine Jugend- und Seniorenbegegnungsstätte.
Außer den Räumlichkeiten mussten die entsprechenden Geräte zur Papierherstellung aus Algen beschafft werden (spezielle Schöpfwannen aus Edelstahl, Schneid-, Trocken- und Pressgeräte sowie selbst hergestellte Schöpfrahmen in den verschiedenen Größen).
Neben der Kostenersparnis bei der Entsorgung von Strandgut für die Gemeinden kann ein maritimes, regionales Produkt entwickelt werden, das für verschiedene Verwen-
dungszwecke angeboten werden kann. Dabei sollen Künstler angesprochen werden, die Naturpapiere sehr gerne für ihre Arbeiten benutzen, aber auch andere Bereiche wie Gaststätten, Gemeinden, Druckereien sowie Touristen und Einheimische, die durch das Schöpfen von Algenpapier eine Freizeitbeschäftigung erhalten.
Im späteren Verlauf wird angestrebt aus Algen Extrakte zu gewinnen, die im kosmetischen und pharmazeutischen Bereich zu neuen Produkten und Wirkstoffen verwendet werden können.
Die Verwertung von Strandgut zur Entwicklung regionaler Kreisläufe ist ein Leitprojekt des "Raumnutzungskonzepts zur nachhaltigen Wirtschafts- und Siedlungsentwicklung der west-mecklenburgischen Ostseeküste".
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